Viele Mieter lesen ihren Mietvertrag nicht

Die Wohnungswirtschaft ist einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige des Landes. In keinem anderen dürfte das geschriebene Wort von einer solche Bedeutung für die Kommunikation mit den Kunden sein. Die Wohnungsvermieter schicken täglich millionenfach standardisierte oder individuelle Schreiben an die Mieter. Bei diesen handelt es sich um eine die gesamte Breite der Gesellschaft abbildende heterogene Kundschaft. Mieten hat von ihnen kaum jemand gelernt. Sie sind Amateure, weder mit dem Vokabular, noch mit den Abläufen der Wohnungswirtschaft näher vertraut. Mieten lernt man nämlich nicht in der Schule. Es gibt auch keine Volkshochschulkurse zu diesem Thema. Wer eine Wohnung mietet bekommt keine Gebrauchsanleitung. Das Wissen stammt zumeist aus Magazinen und Boulevardblättern. Lediglich die Mitglieder der Mieterverbände werden durch die Mitgliederzeitschriften regelmäßig informiert. 
Bei dieser Sachlage ist es um so erstaunlicher, dass sich der überwiegende Teil der Wohnungswirtschaft nicht um eine angemessene schriftliche Kommunikation bemüht. Die Schreiben, Verträge und Abrechnungen sind selten selbsterklärend und verständlich. Sie verwenden juristische, technische und wohnungswirtschaftliche Fachbegriffe, deren Bedeutung die meisten Mieter im besten Falle ahnen. Wer sich nicht intensiv unter Zuhilfenahme von Fachliteratur oder des Internets mit dem Mietvertrag, der Betriebskostenabrechnung oder der Mieterhöhung befasst, wird nicht wirklich verstehen, was dort steht, welches Verfahren dem zugrundeliegt und ob alles mit rechten Dingen zugeht.
Eine Befragung im Auftrage der Webseite www.immowelt.de ergab im August 2014, dass 17 % der Mieter den Mietvertrag nicht gelesen haben, bevor sie ihn unterzeichneten. Weitere 44 % haben ihn nur einmal durchgelesen. Bei der Komplexität heutiger Standardmietverträge kommt das fast auf dasselbe hinaus.1 
Mancher Mietervertreter vermutet Absicht dahinter: Was man nicht versteht, dagegen kann man sich nicht wehren. Diese Vermutung ist schon deshalb falsch, weil sie davon ausgeht, dass die Vermieter anders könnten. Die meisten sind dazu aber gar nicht bereit oder in der Lage. Warum das so ist und was Sie dagegen unternehmen können, besprechen wir gerne mit Ihnen.  
1 „Wohnen und Leben 2014“, herausgegeben von der Immowelt AG, August 2014
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